Biographie

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„Vom Leben, um zu arbeiten, hin zum Arbeiten, um zu leben - und endlich angekommen bei der Liebe zur Arbeit!“

 

Ich habe fast keine Bilder aus meiner frühen Kindheit im Kopf. Das erste, an das ich mich erinnern kann, ist, dass ich als ungefähr 8-Jährige immer von Zuhause abgehauen und zu einem Ponyhof gefahren bin. MÄX kleinDort habe ich sofort dieses wunderbare Gefühl der Zugehörigkeit erlebt. Wenn ich stundenlang die Pferde auf der Koppel beobachtet habe, wusste ich: Da bin ich daheim.

Auf diesem Ponyhof habe ich mir auch das Reiten ohne Sattel selbst beigebracht. Nach und nach habe ich festgestellt, dass ich selbst mit schwierigen Pferden gut umgehen konnte. Und schließlich wurde der Wunsch immer stärker, mit Pferden zusammen zu sein - und mit ihnen zu lernen, aber auch von ihnen.

Dass ich damals noch sehr im mechanischen Reiten war und kaum wirkliche Verbindung hatte, habe ich erst viel später erkannt.

Ich hatte schon immer eine ausgeprägte Sinneswahrnehmung und konnte Stimmungen von Menschen und Tieren erfühlen, bevor diese zum Ausdruck kamen. Ich lernte aber sehr schnell, das es besser war, über diese Fähigkeiten zu schweigen, da ich damit immer wieder auf großen Widerstand von außen stieß.

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Die ständige Flut von den Stimmungen der unterschiedlichsten Menschen um mich herum und die Schwierigkeit, mich abzugrenzen und bei mir selbst zu bleiben,  schlug sich deutlich auf meinen Körper nieder:  Schon ab meinem 10. Lebensjahr war ich oft krank und hatte ausgeprägte Schmerzen. Zahlreiche Operationen folgten. Um den Ursprung und die Zusammenhänge von Krankheit besser verstehen zu können, eignete ich mir in zahlreichen Seminaren ein breites Wissen an. Im Laufe der Jahre stieß ich dabei auch immer mehr auf die fernöstlichen Lehren, in denen ich letztendlich Erklärungen für die energetischen Prozesse im Körper und ganzheitliche Heilungswege fand.

Erst viel später, als ich im Verstehen der Pferde immer geschulter wurde, erkannte ich, dass viele Inhalte dieser uralten Lehren auch den Lebensprinzipien und dem Verhalten der Pferde gleichen.

Mit 25 Jahren bekam ich einen wundervollen Sohn. Mit Dennis habe ich gelernt, welch wichtige Aufgabe es ist, von Beginn an Verantwortung für das Leben eines anderen zu übernehmen. Durch seinen frühen Kontakt zu den Pferden erlernte auch Dennis ganz nebenbei, einfühlsam, aufmerksam und achtsam mit anderen Lebewesen umzugehen.

Mit 29 Jahren kaufte ich mir mein erstes eigenes Pferd: Morris, ein erst dreijähriger Wallach, der bereits aufgrund seiner Aggressionen und Gefährlichkeit beim Schlachter stand. Was war passiert, dass ein so junges Pferd bereits so schwerwiegende Verhaltensstörungen zeigte?

Ich wollte alles über die Ursachen erfahren und erforschen.

Von da an begann meine Reise durch sämtliche Trainingsställe. Aber egal, wo ich in meinen darauf folgenden Ausbildungen über die unterschiedlichsten Umgangsformen mit Pferden lernte, überall lag der Fokus so sehr auf der Gymnastizierung der Pferde, um sie auf ein Dasein als gute Reittiere vorzubereiten, dass auf die psychischen Bedürfnisse einfach nicht geachtet wurde.

Schnell wurde mir klar, dass Ausbildungswege, die sich auf ein Lehren mit Hilfe von Zwang und Gehorsam stützen, für mich nicht mehr in Frage kamen.

So versuchte ich mich alleine weiter zu entwickeln.

Ich hatte Glück und konnte einen alten Bauernhof finden, der Platz für zwölf Pferde bot. Dort begann ich „meine Herde“ aufzubauen: Ich wählte hauptsächlich Pferde, die bereits Verhaltensstörungen zeigten, und junge Pferde.

Sieben Jahre lang lebte ich auf engstem Raum mit meinen Tieren zusammen und es gelang mir erstmals, mit meinen eigenen sensiblen Fähigkeiten zu experimentieren.

Während ich die Körpersprache der Pferde studierte und ihnen im Umgang mit mir  völlige Entscheidungsfreiheit lies, wurden sie immer mutiger. Die Pferde brachten mir schließlich bei, was man brauchte, um mit ihnen “friedlich” kommunizieren zu können und sie trainieren zu dürfen, ohne sie zu entwürdigen.

IMG_1385Parallel zu meinem autodidaktischen Lernen besuchte ich weiterhin zahlreiche Seminare.

Ich spezialisierte mich immer mehr auf das Auslesen der Körpersprache der Pferde - und erkannte, welche verborgenen Weisheiten für uns Menschen aus einer kraftvollen und gleichberechtigten Verbindung zwischen Mensch und Pferd zu ziehen waren:

Die Pferde reagierten bei mir auf jedes Ungleichgewicht im Zusammenspiel meines Körpers und Geistes. Sie lehrten mich in all den Jahren ganz detailliert, was ich selbst verändern musste, um mehr Erfolg mit weniger Energieaufwand zu haben, und um Freiheit, Friede, Lebensqualität und vieles mehr zu erreichen. Innerlich machte mich diese Persönlichkeitsentwicklung so stark, dass sich dadurch meine Ausstrahlung komplett veränderte und mir die Pferde nun frei von jeglichem Zwang sämtliche Dressurlektionen anboten, nur um mir zu gefallen. Ab diesem Moment wußte ich, welch hohe Bedeutung diese Lebewesen für denjenigen haben können, der von ihnen lernen möchte, ein besserer und erfolgreicherer Mensch zu werden.

Um mit diesem Wissen den Menschen zu dienen, gründete ich 2009 die Saliho School. Der Lebensphilosophie, die ich bei meiner Herde bis heute spüren kann, und ihrem Handeln fühle ich mich auf beinahe magische Weise verbunden.

Meine Pferde zeigen mir täglich, wann ich stagniere und unbewusst in alte Verhaltensmuster falle oder wann ich neue Aspekte meiner Persönlichkeit zur Entfaltung gebracht habe.

Daher ist es ein immer währender Prozess des Lernens.

Jetzt habe ich einen neuen, wunderbaren Ort in Grafrath gefunden, an dem ich dank des großen Seminarhauses das Ausbildungszentrum vergrößern kann. Meinen Schülern beim Lernen Ruhe und ein Wohlgefühl zu bieten, steht für mich an erster Stelle.

Gleichzeitig haben meine Tiere und ich jetzt dort eine Ruheoase gefunden, in der wir sehr freiheitlich leben und viel Zeit miteinander verbringen können.

Beides sind heute wohl mit die kostbarsten Güter, die ein Mensch finden kann.